Im Geschäftsbereich Weiterbildungsagentur (WBA) haben wir anlässlich der Freischaltung der Unterseite in Q1/2019 auch unseren Fundus mit über 120 der in den letzten 12 Jahren entstandenen Weiterbildungen gesichtet und überarbeitet. Das Angebot reicht von kurzen Learning Snacks und Webinaren bis hin zu Curricula für größer angelegte Kursreihen und Projektstudien.

Die Settings und Formate sind teils konventionell. Teils sind es experimentelle Neuentwicklungen die a) der Einsicht Rechnung tragen, dass klassische Formen der Weiterbildungen bislang nicht kundenfreundlich genug sind und b) die Nutzung der Möglichkeiten für digitale Flankierung Effizienz, Praxisbezug, Nachhaltigkeit drastisch erhöht.

Exemplarisch für das Füllhorn der „nebenbei“ zu den Projektarbeiten entstandenen Weiterbildungstrüffel seien her die drei zuletzt entwickelten, „frischesten“ Angebote vorab beworben:

{1} „Diagnosen der Diagnostik“ (Seminar),
{2} „Design your Society“ (Symposion),
{3}„Transformationsprozessmoderation – Evaluationskriterien für Reallabore“ (Webinar)
{4} „Anleitung zur Errichtung eines Matriarchats“ (Wissenschaftskabarett).
{5} „Der Begriff der Entscheidung bei Luhmann und Rombach – ein Leistungsvergleich“ (Workshop)

Bei {1} beziehen wir uns auf die nach Jahrzehnten nun erfolgreich erstrittene Anerkennung der systemischen Therapie seitens der Gesundheits- bzw. Krankenkassen. Jenseits der Grenzen von Psychologie, Soziologie, Kulturreflexion rekonstruieren wir eine Entwicklungslinie von der Individualdiagnostik über systemische Ansätze der Kulturanalyse hin zu den Prognosen der Futuristik, um eine zentrale Frage zu beantworten: Was leisten Diagnosen und was leisten sie nicht?

Bei {2} gehen wir vom jüngsten (vorläufigen) Scheitern eines sympathischen Sozialexperimentes aus: http://www.tahiti-project.org … https://www.youtube.com/watch?v=gN5NhXzfOtE … https://equilibrismus.org/modell-projekt

Wir untersuchen die Möglichkeiten und Grenzen der mit dem Projekt erkennbar verbundenen Prämissen vor dem Hintergrund unseres Theoriemodells für Kulturentwicklung „Gesellschaft jenseits der Ismen“ und diskutieren Konsequenzen für künftige Prototypen experimenteller Vergesellschaftungsmodelle.

Bei {3} verbinden wir den State of the Art der „Reallabor-Szene“ mit eigenen, weniger bekannten Entwicklungen sowie Rationalitätskriterien für die Organisation von RL, die wir aus der Organisationsbionik ableiten. Vgl.: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/forschung/forschungspolitik/wissenschaft-fuer-nachhaltigkeit/reallabore/reallabor-symposium/ sowie https://oekom.de/zeitschriften/gaia/archive/archive/heft/771.html

Es gibt afrikanische Stämme, die unterscheiden in ihrer Sprache 22. Die Bundesregierung kennt drei. Facebook hat bekanntlich als Voieuristenportal angefangen und hat schon von 60 gehört. Wir reden im Englischen von „Sex“ und im Deutschen von „Geschlecht“. Artgerechte Aufklärung im Dschungel der mehr oder weniger witzelnschaftlichen Gender Studies tut not! Leider ist sie selten von der Qualität; https://vimeo.com/201333286

Bei {4} möchten auch wir daran erinnern, dass die immer unpopulärer gewordenen Gender Studies auch vergnüglich sein können. Inhaltlich geht es ausnahmsweise nicht darum, die aus den Dramen der eigenen geschlechtlichen Identitätsfindung biografisch erwachsenen Kompromissbildungen anderen Zipfelspielern als Ideologie überzuhelfen.

Stattdessen entblößen wir, dass selbst im Kamasutra der wissenschaftliche Anspruch an Systematisches Vorgehen beim Studieren rätselhafter Geschlechts teils besser umgesetzt war als in mancher der zu Recht in Frage gestellten Gender Studies.

Experten postulieren inzwischen über 70 Geschlechter, für die sich die meisten von uns weniger interessieren als sich so mancher wünscht. Wofür wir uns in unserem Wissenschaftskabarett interessieren, das ist, was geschieht, wenn sich diese Geschlechter begegnen.

Wir hoffen für diese öffentliche Einführung in Gender-Diversity-Integration eine Persönlichkeit gewinnen zu können, die eine seltene Kombination an Kompetenzen aufweist. Als Professorin war sie profiliert auf konstruktivistische Didaktik. Als Menschenkind vertritt und lebt sie pragmatischen Feminismus. Als Agentin für reflexionsfähigen Frohsinn zelebriert sie gelegentlich subversive Erwachsenenbildung als Kabarettistin.

Zur Einstimmung ins Thema: https://www.youtube.com/watch?v=4MbMv-pqDZ0&t=64s

Zu {5} Anhand Lesung zentraler Einlassungen der für Systemtheorie und Strukturtheorie wegweisenden Denker diskutieren wir die für das Verständnis und Management von Organisationen entscheidenden Begriffe von Entscheidung und In-Formation.