Januar 2020

Januar 2020

Januar 2020 1280 856 neuesysteme.com

Von den zahlreichen Projekten, die bei Neue Systeme ab 2014/15 und teils schon in der Vorgründungsphase konzipiert wurden, ist die Bürgeruni sicherlich das ambitionierteste. Unter der Devise „Perestroika in Science“ zielen wir auf nichts weniger als auf eine neue, dringend benötigte europäische Renaissance. Als wie großartig eine soziale Bewegung sich im Nachhinein auch immer darstellen mag, in aller Regel hat sie an konkreten Orten klein in klein angefangen und musste sich mit Kreativität und Zähigkeit durch die „Mühen der Ebene“ in Form sozialer Skepsis durchkämpfen. Für Reformationsinkubatoren dieser Art bietet insbesondere der ländliche Raum Gestaltungsfreiräume. Für die Einlösung der immer deutlicher werdenden Notwendigkeit einer kulturellen Erneuerung setzen wir nicht auf das Funktionssystem einer mit disruptiver Transformation nach wie vor noch unerfahrenen Politik. Wie sehr wir erst am Anfang systematischer Kulturreflexion, geschweige technologisch adäquat flankierter Organisationskulturentwicklung stehen, wird in vielen Politik-kritischen Diskursen unserer Tage deutlich. Wir denken aber, dass wir Wissenschaftler erst einmal selbst unsere Hausaufgaben machen müssen, bevor wir an andere mit dem Anspruch herantreten, dass diese bitteschön die Selbstverständlichkeiten ihrer Organisationskulturen – um nicht zu sagen: „Filterblasen“ – reformieren möchten. Erst wenn die Qualität unserer Angebote von Politikberatung durch überzeugende Verkörperung zukunfts-affiner Organisationskonzepte charismatisch wirkt, können wir erwarten, dass Politiker ihre von Hans-Werner Sinn beklagte Beratungsresistenz überwinden. Wir Wissenschaftler müssen (wieder) in Führung gehen und anhand beispielhafter Umsetzung agiler Organisation charismatisch vorleben, wie eine der Just-in-time-Innovation gewidmete Wissenschaftskultur Problemlösebedarfe rechtzeitig meistert. De facto brauche wir in der Wissenschaftsorganisation eine ähnliche Revolution bzw. Reformation, wie sie in den 50-er Jahren unter dem Label der Just-In-Time-Production bei Toyota gemeistert wurde. Wissenschaft ist trotz aller Partizipationsdebatten, trotz Open Science, trotz OER derzeit noch immer zu weltfremd, zu ineffizient, zu wenig bürgernah, schon aufgrund der prekären Zeitarbeit zu selten nachhaltig. Sie produziert zu viel auf Halde und ja … sie generiert mitunter infolge manieristischem „Dienst nach Vorschrift“ auch schlicht Müll – dessen Erzeugung durch die J-I-T-P bei Toyota konsequent überwunden wurde. Für eine erste – unvollständige – Annäherung an das vielleicht noch nicht bekannte Konzept Niklas Luhmanns von den gesellschaftlichen Funktionssystemen.

Weil sich aber nicht nur Politik und Wissenschaft, sondern sämtliche Funktionssysteme mit der exponentiellen Beschleunigung von Innovation überfordert zeigen, konstatieren wir nun einen erheblichen, die Menschen weltweit verstörenden Systemstress. Dieser resultiert aus unaufgearbeiteten Aktualisierungsbedarfen unserer Kulturgemeinschaft und einen regressiv anmutenden Rückzug kapitalistischer Kulturstandards zugunsten von zunehmend neofeudalistischen Selbstverständlichkeiten. Ein trauriges Exempel für die – an die Weltfremdheit des mittelalterlichen Klerus erinnernde -Weltabgewandtheit unserer Sozialwissenschaften heute liefern die seit Jahren bemühten Kritiken an einem Kapitalismus, den wir in weiteren Teilen schon gar nicht mehr haben. Teilweise geht die kulturelle Regression soweit, dass Kulturanalytiker eine Wiederkehr tribalistischer Kulturstandards nicht mehr zu übersehen vermögen.  Schon in der Vorgeschichte von Neue Systeme war 2012 die URL buerguni.com reserviert worden aus der Einsicht heraus, dass in unserer Wissensgesellschaft Gestaltungsfreiräume notwendiger werden würden, in denen Prototypen für agile Wissenschaftsorganisation ausgetestet werden müssen können. Etwa zeitgleich hatte Uwe Schneidewind seine Vision einer Bürgeruni vorgestellt, was unsererseits aber zugegebenermaßen zunächst gar nicht wahrgenommen wurde. Wir waren mental in anderen Scientific Communities verortet, Teil des Problems der von Ludwik Fleck so genial herausgearbeiteten Phänomens der „Denkkollektive“.

Unser Weg zur Vision einer Bürgeruni als Prototyp für die evolutionär nächste Form von Universität erwuchs zunächst nicht aus dem Feld von Citizen Science, geschweige aus der Praxiserfahrung der bisherigen Beschränktheiten von Wissensmanagement – so wie bei dem erfahrenen Wissensmanager Schneidewind. Unser Zugang erwuchs aus der Didaktik und dem eLearning im Kontext von Aus- und Weiterbildung u.a. von Pflegekräften. Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Pionieren wie Martin Wagenschein, Buckminster Fuller, Heinrich Rombach waren Erfahrungen, die 2007 bis 2010 in Zittau und zwar ausgerechnet in der Adresse Villingenring 20 als dem Standort der damaligen Medizinischen Berufsfachschule des Landkreises Löbau-Zittau gesammelt wurden. Wie muss eine Didaktik aussehen, welche die Auszubildenden früher und nachhaltiger in ihren Lebenswelten „abholt“ anstatt ihnen „Bulimielernen“ zuzumuten und mit postfeudalistischer Didaktik Lernmotivation so unreflektiert als systematisch zu zerstören? Grundlegend war die Einsicht, dass selbst die zukunftsfähigste Didaktik nicht weit kommt, wenn sie von der sie tragenden Organisation nicht verstanden, geschweige adäquat mitgetragen wird. Kurz: Wer „Neues Lernen“ will, muss auch Organisationskulturen erblühen lassen, in denen die für neues Lernen unverzichtbare Redefinition der Pfadabhängigkeiten, Kulturstandards, Lernsettings, Prozesschoreografien denkbar und machbar ist. Damit gelangte Kulturentwicklung als Praxisfeld für angewandte Systemtheorie und Strukturtheorie in unseren Fokus.

Auch aus der Sicht von 2020 war unser Ansatz der „Übersetzung“ von Kultur in Organisationsdesign zukunftsweisend. Die Unterscheidungsmerkmale gegenüber Organisationsentwicklung waren krass, sinnvoll, stellten und stellen eine disruptive Theorieinnovation dar. Während herkömmliche Organisationen gleichsam organisch anhand des Prinzips von Versuch und Irrtum sowie anhand traditioneller Formen von Wissensmanagement entwickelt werden, würde die reflektierte Übersetzung zielbewusst definierter Kulturstandards in Organisationsdesign ermöglichen, Organisationen gleich „richtig“, also zielkonform aufzusetzen. Das war nichts weniger als Science Fiction, die es im Rahmen des Studienganges methodisch abzusichern galt.

Bei Kritiken von Prototypen wird schon in technologischer Hinsicht gern übersehen, dass Entwicklungen Reifestadien durchlaufen und dementsprechend auch evaluiert werden sollten. Die Erwartung, dass ausgerechnete Kulturarrangements auf Anhieb perfekt funktionieren, mutet magisch bis infantil an. Aus dieser Einsicht heraus, möchten wir unserem Respekt für den Mut von Herrn Gorbatschow zu Perestroika und Glasnost im Rahmen des Bürgeruni-Projektes Ausdruck geben. Jetzt sind wir Europäer dran mit einer Perestroika! Die methodischen Voraussetzungen dafür haben sich in den letzten dreißig Jahren dank angewandter Systemtheorie, Kulturreflektion, auch dem, was wir we-Learning nennen, dramatisch verbessert. Solange Ameropa sich aber neofeudalistischen Modellen wie dem der Korporatokratie in quasireligiöser Demut verpflichtet sieht, wird alles Reden von nachhaltiger Kulturentwicklung Kosmetik bleiben und Batesons Forderung nach der notwendigen Einheit von Geist und Natur auf denkbar unästhetische Weise verfehlt werden. Charaktere irren, Kulturgemeinschaften bilden „Normopathien“ aus, welche entweder durch Reformation oder durch Katastrophe Korrektur erfahren. Wenn laut Peter Senge die „Probleme von heute die Lösungen von gestern sind“, dann haben wir als Gesellschaft trotz und wegen rasendem Stillstand ziemlich viel an anachronistischen Lösungen angehäuft. Frühere Gesellschaften hätten sich dieses Problems der speziell vom Mittelstand beklagten Überregulation und administrativen Fehlanpassung durch Krieg entledigt. Was es außer den Optionen für die Umsetzung geeigneter Frames für Just-in-time-Innovation in der Wissenschaftsorganisation braucht, ist außer der technologischen Expertise offensichtlich auch ein nicht-trivialer Begriff von Kultur. Dieser ist wiederum die Grundlage für bedarfs- und bedürfnisadäquate Organisationsdesigns. Die mickrige List der in Deutschland rechtlich zulässigen Gesellschaftsformen zeigt, wie weit wir von einer im Sinne Kybernetik 3. Ordnung aufgeklärten Wissenschaftsgesellschaft noch entfernt sind.

Gerade bei uns in Sachsen und auch aufgrund der teils traumatisierenden Erfahrungen der Nachwendezeit ist der Aberglaube populär, dass wir uns nur mit technologischem Fortschritt zu befassen bräuchten und der kulturelle Fortschritt sich dann schon wie von selbst einstellen würde. Auf das Pferd der Technologie zu setzen, scheint politisch unverfänglich, da braucht man nicht zu befürchten, etwas falsch zu machen. Wer hat sich vor und nach der Wende nicht alles bezüglich seine politischen Stellungsnahmen korrigieren müssen! Wie karriereschädlich so etwas sein kann! Und wie gesellschaftszerstörerisch es erst ist, wenn sich die Bevölkerung aus dem Diskurs zur Frage nach der Gesellschaft, in der wir miteinander leben wollen, in stille Resignation zurückzieht! „Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie.“ meinte Frank Zappa einmal. Deutschlands Erfahrungen mit Vorwärtsverteidigung fallen zunehmend dem sozialen Vergessen anheim. Was unterscheidet Diplomatie unter feudalistischen Verhältnissen von Kosmetik?

Gegenüber dieser Art Wunschdenken gehen wir von einer Arbeitsteilung innerhalb der Wissenschaftskultur aus, welches sich innerhalb unseres Phasenmodells für Transformationsprozessmoderation in Form einer Phasen-spezifischen Arbeitsteilung zwischen Naturwissenschaftlern und Sozial- bzw. Geisteswissenschaftlern voneinander abheben lässt. Goethe: „Wenn Du eine weise Antwort willst, so musst Du auch vernünftig fragen.“ Naturwissenschaftler sind unserer Auffassung stärker in der Expertise des Findens von Antworten. Damit diesen Antworten sozial, ökonomisch, ökologisch Sinn stiftend sein können, braucht es Sozial- bzw. Geisteswissenschaftler, welche uns dazu befähigen, dass wir überhaupt die Sinn stiftenden Fragen zu stellen vermögen. Dirk Baecker zählt zu jenen Vordenkern, die sich Sinn stiftend um einen aufgeklärteren Kulturbegriff bemühen. Ein mit unserem Projekt der Bürgeruni befreundetes Projekt stellt eine ähnlich solitäre Unternehmung zur Ausforschung bislang unvermessenen Terrains dar. Ohne Zweifel stellt „Wissen“ in einer zu Kirche 2.0 mutierten Wissenschaft eine Gefahr dar.

Dass sich uns ausgerechnet in Zittau ein Experimentierfeld für Prototypen von Wissenschaftsorganisation eröffnen würde, war freilich über Jahre an vergeblicher Liebesmüh pro Innovation nicht abzusehen. Ein Studiengang mit Fokus Transformationsgestaltung hatte 2012 innerhalb der traditionell orientierten Wissenschaftsorganisation lokal keine weitere Unterstützung erfahren. Erst später wurde in der Region der Bedarf an der Ausbildung eines Berufsbildes deutlich, welches den Anforderungen eines systematischen Management von Strukturwandel methodisch gewachsen ist. Der Vorschlag eines Studienganges für Organisationsdesign kam 2012/13 noch weniger weit, löste in der Diskussion Befremden aus. Von der Fachlichkeit und von den Netzwerkkontakten her wäre ein solcher Studiengang nicht nur sinnvoll sondern auch umsetzbar gewesen.

2014 erschien die erste Auflage des einschlägigen Buches des großartigen Reinhard Nagel. Erst Jahre später sollte der von uns avisierte Ansatz von Organisationsdesign in einer Interpretation von Laloux in der Fachwelt des Consulting Furore machen.

Eigentlich wäre ausgerechnet den infrastrukturell weniger verwöhnten Regionen zu wünschen, dass sie mit einzigartigen Angeboten auf sich aufmerksam machen und innovationsaffine Talente zu attrahieren vermögen. Voraussetzung dafür sind Weitblick und ein solches Selbstbewusstsein, wie sie in der einst „reichen“ und nun auf eine längst überholte Doktrin städtebaulichen Gesundschrumpfens hin orientierten Stadt Zittau geherrscht haben. Seit der Wende sind diese einst ausgeprägten Tugenden einem drei Jahrzehnte andauernden Stresstest ausgesetzt worden und folge Verkennung der eigenen, längst vorhandene Möglichkeiten besteht eine gewisse Tendenz, sich im Erscheinungsbild einem Vorort von Gelsenkirchen anzugleichen. Während in den Großstädten immer mehr Digitalarbeiterfamilien nach Alternativen suchen und historische Bausubstanz immer größere Wertschätzung speziell bei der jüngeren Generation erfährt, werden die Schlagzeilen über Zittau in Investoren abschreckender Weise durch das Wort „Abriss“ bestimmt. Erfolg entsteht ebenso wie Mißerfolg im Kopf. Was wir infolge Bildung, Übersicht, ermutigende oder eben entmutigender Referenzbeispiele von Reformation für möglich halten, das ist trotz aller visionären Unbestimmtheit die Grundvoraussetzung für das, was uns in Form Projektmanagement umsetzbar ist. Ein Studiengang für Organisationsdesign wurde etwa ein Jahr nach diesem Vorschlag schließlich woanders, im Umfeld von Porsche mit Erfolg implementiert.
Ein Studiengang für Transformationsmanagement hat in Eberswalde, also im Umfeld von Berlin mehr Unterstützung erfahren.
Naheliegende Frage: Was haben Nürtingen und Eberswalde das Zittau und Görlitz nicht haben?

2014 kam es eher zufällig auf einem Kongress zu einer ersten Begegnung mit Uwe Schneidewind. 2016 machte er uns während einer berufsbedingten „Emigration“ in das für Transformationsfragen aufgeschlossene NRW auf Projekte mit ähnlicher Ambition aufmerksam.

Debatten wie diese zeigen die Aktualität von Studiengängen wie dem von ihm empfohlenen Studiengang und erst recht von „postsystemischen“ strukturtheoretischen Konzepten, wie wir sie inzwischen bei Neue Systeme entwickelt haben.

Ein Zittauer Studiengang hätte ca. 2014 etwa so ausgesehen, wie es hier skizziert wird.

Heute würden wir uns bei einer Studiengangskonzeption an anderen Leitkonzepten als an den herkömmlichen, durch inflationäre Begriffsverwendung gefährdeten systemtheoretischen Paradigmen orientieren.

Nachdem wir nun seit einigen Monaten ausgerechnet in dem Gebäude gelandet sind, von dem die ersten Überlegungen zum Design der Schnittstelle von e-Didaktik und Organisation ihren Ausgang genommen haben – wo stehen wir? Der wichtigste Zwischenbefund besteht wohl darin, dass wir schlicht und ergreifend überlebt haben. Am Gebäude haben sich diverse Überraschungen ergeben, die wir ohne irgendein Planungsbüro, aber dafür dank überwältigender Hilfsbereitschaft lokaler Handwerker bewältigt haben. Hinsichtlich der immensen Heizkosten des historischen Gebäudes hätte uns ein kälterer Winter an die Grenze gebracht. Glück haben wir schließlich auch mit den Mietern gehabt, die wir nach Querelen mit ungeeignetem Immobilienmanagement als absolute Laien in der Vermieterrolle übernommen haben. In kleinen, aber stetigen Schritten folgen wir dem Grundsatz des Kaizen. Die Mieter sind mit unseren mäßig ausgeprägten Talenten bezüglich Immobilienmanagement großzügig umgegangen und sehen – hoffentlich – dass wir an den übernommenen Verantwortungen dran bleiben. Im Rahmen gemeinsamer Projekte bahnen sich erste Kooperationen im Hause selbst sowie mit lokalen Initiativen an. Vor der unkonventionellen Programmatik für die Veranstaltungsreihen der Bürgeruni sehen wir uns durch aktuelle, gesellschaftliche Entwicklungen sowie durch die unerwartet positive Resonanz in hunderten Sondierungsgesprächen mit „nichtakademisch sozialisierten“ Bürgern bestätigt. Ohne die Spenden und Geschenken von Sympathisanten des Projektes hätten wir das stattliche Haus nicht ausstatten können. Einige Andeutungen mögen verdeutlichen, was wir in den ersten Monaten ohne einen einzigen Cent an Förderung geschafft haben:

Für den Wohlfühlraum, das Organisationskulturstudio, „die Didaktik“, zwei weitere Projektbüros haben wir an die 40 Sofas aus Dresden, Leipzig etc. herbei geschafft. Vom Landkreis und der Lisa-Tetzner-Schule haben wir Größenordnungen an Mobiliar bekommen, mit dem wir Projektarbeit und Weiterbildungsbetrieb starten können. Das Atelier für soziale Skulptur hat dank Hebebühneneinsatz (in eisiger Novemberkälte) den drastischen Wasserschaden überlebt. Unsere „Schnatteria“ und der „Gourmet Tempel“ – geplant als eine Melange aus Schauküche und Studio für Projektvisualisierung – ist mit Anfängen einer Küchenausstattung versorgt worden. Es gibt in der ehemaligen Lehrküche einen Anfang für einen auf 50 Übernachtungsäste ausgerichteten Sanitärbereich. Im Organisationskulturstudio ziehen die Thermofenster aus DDR-Zeiten Wasser. Aber der Ausblick auf den von Grünspecht, Eichelhäher und Waldkauz bewohnten, ehemals beheizbaren und nun von Birken überzogenen Exerzierplatz gleicht einem Gemälde von Pieter Brueghel. Für die Keimzelle der ersten Praxisstelle unseres Fachbereiches Ökologische Pädagogik in Form Elternoase und die zweier Spielzimmer trudeln erste Gaben von Eltern ein. Dank des Carl Auer Verlages Heidelberg entsteht im 3. OG eine Veranstaltungsbuchhandlung. Die längerfristige ökonomische Tragfähigkeit hinsichtlich der erheblichen Heizkosten entscheidet sich am Erfolg der nebenher zum Facility Management laufenden Projekte. Da die Räume sehr schön und freundlich sind, fällt es weniger ins Gewicht, dass TN auf gebrauchten Möbeln sitzen. Beim Gebäude wie bei uns selbst, zählt in erster Linie der auch im europäischen Maßstab einzigartige Content. Kurz: trotz und vielleicht auch wegen des abwechslunsgreichen Workload fühlen wir uns in dieser fantastischen Landschaft und mit den hilfsbereiten „Locals“ sehr wohl. Zu dem, was sich über unseren Brückenkopf hinaus hinsichtlich der Vision von Dreiländeruni und Lausitz~Transformation~Campus weniger erfreulich entwickelt hat, berichten wir in einem anderen Blitzlicht über das Reallabor Zittau und seine Repräsentativität für den aktuellen Zustand unserer polarisierten Gesellschaft.